Home > Aufgaben > Bereich_1
Druckversion

Tagung Kinderschutz

KONTAKT
Sachgebiet 13
Tel: (0821) 327-2604
Fax: (0821) 327-12604
E-Mail: Bild: E-mail senden
Anschrift:
Morellstraße 30d, 86159 Augsburg

170 Personen nahmen an der Tagung Kinderschutz im Rokokosaal der Regierung von Schwaben am 21.2.2008 teil, ca. ein Drittel der Teilnehmer waren Vertreter von Kinderkrippen, Kindergärten und Kinderhorten, ein Drittel von der stationären Kinder- und Jugendhilfe, die übrigen Vertreter von Jugend- und Gesundheitsämtern und Allgemeinem Sozialdienst, sowie aus Beratungsstellen für Kinder, und Jugendliche und Familien, aus Schulen, Justiz, Gesundheitswesen und Elternvereinen.

Herr Regierungspräsident Ludwig Schmid begrüßte die Teilnehmer.

Im Anschluss berichtete Frau Isabella Gold, Leiterin des Referates Jugendpolitik und Jugendhilfe im Bayer. Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über den Kinderschutz in Bayern.

Das Modell Frühprävention für Risikofamilien moderierte Herr Stefan Leister, Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe in der Kath. Jugendfürsorge für die Diözese Augsburg zusammen mit der Projekt-Sozialarbeiterin Frau Nolan.

Für die Stadt Augsburg stellte der stellv. Jugendamtsleiter Herr Manfred Klopf, das Neue Modell "Herzlich willkommen Augsburger Kinder" im Stadtteil Lechhausen vor.

Die Kinderärzte Dr. Martin Lang und Dr. Hermann Wittrock berichteten vom Zusammenschluss der Kinderärzte in und um Augsburg in der Vereinigung "pädnetz".

Auch hier steht der Kinderschutz im Fokus und die Präsentation finden Sie unter:

Für die Familienhebammen ergriff Frau Susanne Keller, Josefinum Augsburg, das Wort und stellte die vertrauensvolle Situation der Hebamme in der Familie dar. Sie sieht sich nicht in erster Linie für familientherapeutische Zwecke eingesetzt, sondern die medizinische und pflegerische Versorgung von Mutter und Kind sind ihr Anliegen. Die Familienhebamme arbeitet selbstverständlich auch mit anderen Institutionen vor Ort zusammen, orientiert an den dort vorhandenen Einrichtungen und Allgemeinem Sozialdienst bzw. Jugendamt. Sie betonte die Unabhängigkeit der Familienhebamme, die sich nicht für das Jugendamt als "Spitzel" sieht. Die hohe Vertrauenssituation in der Familie will sie gewahrt wissen. Dennoch steht sie im Einzelfall einer Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Kinderärzten und Ämtern offen gegenüber.

Herr Dr. Michael Hennig, Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg stellte den Kinderschutz von Seiten des Gesundheitsamtes dar:
Zitat:
"Sozialmedizinische Assistentinnen des Gesundheitsamtes untersuchen alle einzuschulenden "Erstklässler": - Seh-, Hör-, Sprachtest, Feinmotorik,Grobmotorik, Aufmerksamkeit -Impfbuchkontrolle (Pflicht nach Infektionsschutzgesetz) - Vorsorgeheftkontrolle ==> U 9 vorhanden? wenn nicht vorhanden werden ärztliche Untersuchung beim Kinderarzt (Kosten!) oder beim Gesundheitsamt (kostenlos) angeraten. Danach erfolgt die Bescheinigung des Gesundheitsamtes zur Vorlage bei der Schuleinschreibung, manche Schulen verlangen diese Bescheinigung aber nicht, es gibt auch kein Feedback.
Im Landkreis AIC: ca. 1500 Kinder/Jahr, ca. 120 haben keine U 9, ca. 30 werden am Gesundheitsamt ärztlich untersucht.

Novellierung des GDVG Art.14: Die Vorsorgeuntersuchungen werden Pflicht. Bei fehlender U 9 muss eine schulärztliche Untersuchung erfolgen. Wird diese verweigert, erfolgt Meldung an das Jugendamt. Bei Abgleich mit den Einwohnermeldedateien ist den Gesundheitsämtern ein Tracking von 100% möglich.

Neben der Einschulungsuntersuchung ist das Gesundheitsamt ggf. auch in Kinderschutz involviert, wenn "auffällige" Familien gemeldet werden, z.B. bei Verwahrlosung, Substanzmissbrauch, Unterbringung aufgrund psychischer Erkrankung.

Weiterer Aufgabenbereich der Gesundheitsämter ist allgemein die gesundheitliche Prävention laut GDVG."

Herr Peter Fröschl, Leiter Amt für besondere Soziale Angelegenheiten des Landratsamtes Aichach-Friedberg berichtete aus Sicht der Schwangerenberatung über den Kinderschutz.

Herr Klaus Kratzer, Jugendbeauftragter der Polizeiinspektion 5, Augsburg erzählte anschaulich über seine Einsätze und die Prävention von Kinderschutz im Stadtteil Oberhausen und in den Schulen.
In jeder Polizeiinspektion gibt es einen Sachbearbeiter für "Häusliche Gewalt".
Er wies auf Frau Carmen Merdian , Kriminalhauptmeisterin und Beauftragte für Frauen und Kinder im Polizeipräsidium Schwaben, Gögginger Straße 43, 86159 Augsburg, Tel.: 0821/323-3151 , Fax.: 0821/323-3160, E-Mail: carmen.merdian@polizei.bayern.de als Ansprechpartner für Missbrauch und Gewalt gegen Frauen und Kindern hin.

Als Vertreterin der Justiz nahm Frau Dagmar Conrad, Vorsitzende Richterin der Jugendkammer Augsburg, Stellung zum Kinderschutz. Da die Justiz nach eingetroffenem Fehlverhalten tätig wird, ist Prävention von ihrer Seite aus nicht machbar. Sie verhandelt in Sachen von Jugendlichen, die kriminell geworden sind. Sie appellierte zum Kinderschutz an mehr rechtzeitige Hilfen für die Familien, auch an ein konsequentes Umsetzen des Entzuges der Elterlichen Sorge, wenn Kinder in Gefahr sind.

Herr Ludwig Ecker nahm Stellung zum Kinderschutz in Augsburg aus Sicht des Deutschen Kinderschutzbundes. Er hatte die Tagung mit vorbereitet und ist als Ansprechpartner für Kinderschutz in Augsburg eine der ersten Adressen. Der "Arbeitskreis Gewalt gegen Kindern und Jugendliche" und der "Arbeitskreis Hilfeverbund Gewalt" werden von hier aus koordiniert, es gibt in Augsburg darüber hinaus verschiedene Arbeitkreise (AK) wie den "Kriminalpräventiven Rat" und den "AK häusliche Gewalt", "AK Opferschutz" wo aus den Bereichen Schule, Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Landratsamt Augsburg und Landratsamt Aichach-Friedberg, die Stadt Augsburg, die Staatsanwaltschaft, u.a. das Sonderreferat Gewalt im sozialen Nahraum, Jugendreferat, psychologische Praxen, Kinderkliniken, das Frauenhaus Augsburg und Jugendhilfevertreter mit ambulanten und stationären Hilfen vertreten sind.

Die Anlaufstelle für Kinderschutz ist in der Schaezlerstraße 38, 86150 Augsburg, Telefon 0821/155050 und Fax 0821/ 314734, mail: dksb.augsburg@t-online.de mit kompetenten Ansprechpartnern von 8.00 Uhr-16.00 Uhr erreichbar.

Außerhalb der Öffnungszeiten kann man in Notfällen Hilfe über die SIA Geschäftsstelle, Ulmer Str. 15, 86154 Augsburg, Telefon 0821/241370 oder Fax: 08321/24137-24, mail: josef.gierhl@sia-augsburg.de erhalten.

Sowie bei der Anlaufstelle via-Wege aus der Gewalt, Anlauf - und Beratungsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt der AWO Augsburg, Rosenaustr. 38, 86150 Augsburg, mail: awo.via@awo-augsburg.de

Herr Eberhard Krug Leiter des Jugendamtes im Landratsamt Aichach-Friedberg und Sprecher der Jugendämter in Schwaben weist auf die neuen Regelungen der §§ 8a und 72a SGB VIII hin, in denen der Kinderschutz konkret gefordert ist sind . Jedes Jugendamt hat mit den Einrichtungen vor Ort eigene Vereinbarungen zum Kinderschutz abgeschlossen, die Ansprechpartner für Kriseninterventionen sind fest vereinbart, Verfahrensabläufe mit jeder Einrichtung getroffen und die Mitarbeiter wurden dazu in den letzten Jahren geschult. Jedes Jugendamt ist im Kinderschutz aktiv tätig, die Zahl der Meldungen aus der Bevölkerung hat zugenommen, jeder Meldung wird sofort und hoch fachlich nachgegangen, die Meldungen werden verzeichnet und ausgewertet.

Beispiele für die Kooperation von Diensten und Jugendämter finden Sie im Anhang, hier werden auch die Beispiele der anderen schwäbischen Jugendämter eingestellt.

In der abschließenden Diskussion wurde bedauert, dass das Fach Erziehungskunde aus dem Lehrplan der Schulen genommen wurde.
Es wird ein Erfahrungsaustausch über Strategien zur Umsetzung des § 8a SGB VIII angeregt.
Die GDVG-Novellierung wird für April 2008 erwartet.
Die Vernetzung kostet in den Jugendämtern und den Einrichtungen Personal-Ressourcen.
Es wurde die Frage nach der Motivation von bedürftigen Familien, die gebotenen Hilfen anzunehmen gefragt, eine Vernetzung und Rückmeldung der entsendenden Stelle mit der angefragten als sehr notwendig erachtet.
Die Rückmeldungen sollten auch von Jugendamt, Polizei, Beratungsstellen erfolgen.

Die Informationen zum Kinderschutz werden aktualisiert, wenn die Ergebnisse aus den Veranstaltungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten vorliegen.

Sie erreichen die Internetseite des Bayer. Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen über
Mit dem folgenden Link verlassen Sie unsere Homepage www.kinderschutz.bayern.de

Seitenanfang