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Schul- und Bildungswesen - Bereich 4

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Ganztägige Förderung und Betreuung

Offene Ganztagsschule

1. Zur Konzeption

Im Rahmen des Gesamtkonzepts zur Förderung familiengerechter Bildung, Erziehung und Betreuung, das die Bayerische Staatsregierung im November 2001 beschlossen hat, werden Schüler der Jahrgangsstufen 5 – 10 im Anschluss an den regulären Unterricht bedarfsorientiert und verlässlich bis in den Nachmittag hinein betreut.

Das Angebot an Betreuungsplätzen wird in den nächsten Jahren schrittweise und bedarfsorientiert ausgebaut. Die staatlichen Fördermittel für jährlich 3150 neue Plätze in Bayern stehen zur Verfügung. An den Kosten beteiligen sich der Staat und die Kommunen in gleicher Höhe, außerdem werden Elternbeiträge erhoben. In Kooperation mit der Kommune und auch mit freien Trägern entwickeln Schulen individuell vor Ort ein pädagogisches Konzept, das den Bedürfnissen ihrer Schüler/-innen gerecht werden soll.

2. Bausteine

Die offene Ganztagsschule ist ein freiwilliges, flexibel nutzbares Angebot: eine verlässliche und qualifizierte Betreuung an mindestens vier Tagen pro Woche in der Schule oder in einer schulnahen Einrichtung. Die Kinder müssen nicht zwingend die ganze Woche an dem Angebot teilnehmen, allerdings sollten die Eltern bei ihrer Buchung – die sich auf ein Schuljahr bezieht und vertraglich festgelegt wird – immer auch den pädagogischen Wert für ihr Kind berück-sichtigen, der sich sicher nur bei regelmäßiger und umfassender Teilnahme einstellen wird. Drei Bausteine bilden die Basis der offenen Ganztagsschule.

2.1. Mittagsverpflegung

Vielen Eltern, die ihr Kind zur offenen Ganztagsschule anmelden, ist es sehr wichtig, dass das warme Mittagessen fester Bestandteil des Angebotes ist. Es soll den Kindern schmecken, nach Möglichkeit ernährungsphysiologischen Ansprüchen gerecht werden und auch finanziell akzeptabel sein, da der Beitrag für die Verpflegung von den Eltern noch zusätzlich aufgebracht werden muss. Einrichtungen, die neu starten, suchen Kontakt zu Anbietern von Gemeinschaftsverpflegung bzw. Schulen, die bereits auf die erfolgreiche Arbeit mit Schülertreffs bzw. -cafes blicken können.

Übrigens: Das Mittagessen ist nicht als bloße Nahrungsaufnahme zu verstehen, sondern bewusst als Baustein in das Betreuungsangebot aufgenommen worden. Die gemeinsame Mahlzeit wird zum täglichen Ritual und soll zur Steigerung des Wohlfühlens und Miteinanders in der Gruppe beitragen. In einigen bestehenden Einrichtungen nehmen auch Lehrer und Betreuer am Essen teil – einmal mehr ein Beitrag dazu, Barrieren abzubauen und Schulleben zu praktizieren.

2.2 Die Hausaufgabenbetreuung

ist der zweite Baustein im System. In einer großzügig dafür bemessenen Zeit werden die Schüler/-innen bei der ordentlichen und vollständigen Erledigung der Hausaufgaben unterstützt.

Hierbei kann es sich allerdings nicht um Nachhilfe handeln. Es wird auch weiterhin so sein, dass die intensive Vorbereitung auf anstehende Prüfungen durch zusätzlichen häuslichen Lernfleiß geleistet werden muss. Die Hausaufgabenbetreuung ist auch deshalb so wertvoll, weil der Austausch zwischen Betreuern und Klassen- bzw. Fachlehrern auf unproblematische Art und Weise, weil schnell erreichbar, möglich, ja sogar notwendig ist.

Die Begleitung der schulischen Arbeit und die Erziehung ihrer Kinder wird den Eltern keineswegs abgenommen; es werden Wege der Korrespondenz und des Austauschs gefunden – z.B. durch die Vereinbarung von Sprechzeiten mit Betreuern – um hier für eine partnerschaftliche Basis zu sorgen. Wichtig ist, dass Eltern und Lehrer diesen Weg auch als wichtige Kooperationshilfe verstehen und annehmen.

2.3 Freizeitgestaltung

Alle Nachmittagsangebote, die nicht auf dem verpflichtenden Stundenplan der Schüler/-innen stehen, können als schulischer Beitrag in die offene Ganztagsschule einfließen. Dies sind sowohl Arbeitsgemeinschaften als auch zusätzliche Fördermaßnahmen, von Lehrern erteilt.

Außerdem werden unter der Leitung einer pädagogischen Fachkraft weitere Angebote aus der Jugendarbeit bereitgestellt. Sehr wichtig ist, dass die Unternehmungen und Projekte auch mal den schulischen Charakter verlieren. Die Vernetzung mit Angeboten örtlicher Einrichtungen ist ein wichtiger konzeptioneller Aspekt, der sich durch die Kontaktaufnahme mit Musikschulen, Vereinen und evtl. Betrieben realisieren lässt. Gelegentliche Highlights, wie der Besuch eines Freizeitparks, Kinos oder Erlebnisbades sollten auch ihren Platz bekommen.

3. Rechtliche Aspekte

Die offenen Ganztagsschulen sind ein kooperativ finanziertes Projekt (Staat + Kommune + Eltern) und werden unter schulischer Gesamtaufsicht umgesetzt. Wie bei anderen Schulveranstaltungen auch tritt der GUVV für den gesetzlichen Unfallschutz ein. Die Eltern schließen die Betreuungsvereinbarung mit dem Träger für ein Schuljahr ab. Eine Kündigung bzw. Lösung des Vertrages ist nur in Ausnahmefällen möglich.

4. Aktueller Stand

Der Bedarf für die offene Ganztagsschule an Haupt- und Förderschulen in Schwaben wird von Schulleitungen und Elternschaft sehr hoch eingestuft.

Kooperationspartner / freie Träger

Bezeichnung

Ort

ASB: Arbeiter- und Samariterbund

Kreisverband Neu-Ulm e.V.
Tel.: 07303/9 66 30

AWO: Arbeiterwohlfahrt

Stadtbergen
Tel.: 0821/4 30 01

gfi: Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration

Augsburg (Zentrale)
Tel.: 0821/40802-137

Evangelisches Jugendwerk

Augsburg
Tel.: 0821/24011400

KJF: Katholische Jugendfürsorge

Augsburg
Tel.: 0821/3100-410

KJR: Kreisjugendring

Unterallgäu/Mindelheim
Tel.: 08261/2 17 10

SJR: Stadtjugendring

Augsburg
Tel.: 0821/55 11 13

St.-Gregor-Heim

Augsburg
Tel.: 0821/5 03 04-0

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Definition der Gebundenen Ganztagsschule

Unter gebundener Ganztagsschule (Ganztagsklasse) wird verstanden, dass

Der Pflichtunterricht ist auf Vormittag und Nachmittag verteilt. Über den ganzen Tag hinweg wechseln Unterrichtsstunden mit Übungs- und Studierzeiten und sportlichen, musischen und künstlerisch orientierten Fördermaßnahmen. Es werden auch Freizeitaktivitäten angeboten.

Gebundene Ganztagsschulen unterbreiten zusätzliche Unterrichtsangebote und Fördermaßnahmen:

In der gebundenen Ganztagsschule werden überwiegend Lehrkräfte eingesetzt. Dazu kommen auch externe Kräfte, etwa für die Betreuung der Mittagszeit sowie für Freizeitgestaltung, Berufsorientierung etc. Der gesamte Tagesablauf wird von der Schule konzipiert und organisiert.

Über die Einrichtung von gebundenen Ganztagsschulen entscheidet der Staat. Er finanziert sie auch. Die Eltern übernehmen die Kosten für das Mittagessen. Mit der Antragstellung im Einvernehmen mit der Schule erklärt sich der Sachaufwandsträger für die Finanzierung der Mehrkosten bereit.

 

 

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