Viehscheid im Allgäu: Der Abschluss des Alpsommers
Was für Besucherinnen und Besucher heute ein besonderes Spektakel ist, bedeutet für die Menschen im Allgäu den Abschluss eines langen und arbeitsreichen Alpsommers: der Viehscheid.
Seit Generationen werden im Sommer Rinder, Pferde und Schafe verschiedener landwirtschaftlicher Betriebe auf gemeinsame Bergweiden, die sogenannten Alpen, gebracht. Dort finden die Tiere reichlich Gras und verbringen die Sommermonate auf den Bergweiden. Gleichzeitig können die Betriebe auf den Flächen im Tal mehr Futtervorräte für den Winter ernten.
Wenn der Alpsommer zu Ende geht und die Bergweiden nicht mehr ausreichend Futter bieten, beginnt der Rückweg ins Tal. Die Tiere werden von den Hirten und Hirteninnen zusammengetrieben und ins Tal geführt. Am sogenannten Scheidplatz werden sie wieder ihren jeweiligen Besitzerinnen und Besitzern zugeordnet. Daher kommt der Name Viehscheid.
Warum werden manche Kühe festlich geschmückt?
Eine besondere Tradition des Viehscheids ist das Aufkranzen der Leitkuh. Wenn eine Herde gesund und ohne Verluste von der Alpe zurückkehrt, wird die Leitkuh, also die Kuh, die die Herde anführt, besonders prächtig mit Blumen und Zweigen geschmückt.
Der Blumenkranz ist dabei mehr als eine festliche Dekoration. Er steht für die Freude und den Dank über einen erfolgreichen Alpsommer.
Ein gelebtes Stück Allgäuer Tradition
Der Viehscheid bildet den Abschluss des Alpsommers und ist vielerorts mit Musik, Festen und geselligem Beisammensein verbunden. Was früher vor allem ein wichtiger Teil des landwirtschaftlichen Jahres war, ist heute ein fester Bestandteil der regionalen Kultur.
Die Tradition wird im Allgäu seit vielen Generationen gepflegt und hat sich vielerorts zu einem besonderen Ereignis entwickelt, das jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher anzieht.
Dabei steht der Viehscheid bis heute für die enge Verbindung von Landwirtschaft, Natur und gelebtem Brauchtum im Allgäu.
Gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Staatsminister Eric Beißwenger war auch Regierungspräsidentin Barbara Schretter beim Viehscheid in Oberstaufen.
